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Vom Beginn des 1. Weltkriegs bis zu Hitlers Machtergreifung

Die relativ ruhige und friedliche Kaiserzeit ging mit dem Ausbruch des Krieges Anfang August 1914 zu Ende. Die Menschen in der Heimat mussten sich auf Leid, Not und Entbehrungen einstellen. Auch das Schulwesen blieb von einschneidenden, für die Jugend negativen Folgen nicht verschont. So erließ die königliche Regierung in Bayreuth am 25. August 1914 ein Schreiben an alle Stadtverwaltungen mit dem Hinweis, dass dort, “wo Schulhäuser auf längere Zeit für militärische Zwecke, insbesondere für Lazarette in Verwendung genommen sind, die abwechselnde Benützung der für Schulzwecke verfügbaren Schulhäuser durch verschiedene Volksschulen in Aussicht zu nehmen ist”.

In ganz Hof wurden 1914 35 Lehrkräfte zum Kriegsdienst einberufen. Aus dem IV. Schulbezirk, zu dem nunmehr neben dem Sophienberger Schulhaus noch die Schulen in Moschendorf und Krötenbruck gehörten, standen zu Beginn des Krieges die Lehrer Schuberth, Hoffmann und Köppel im Feld. Die verwaisten Klassen führte jeweils ein Kollege mit und zwar von 8 – 10 Uhr und von 14 – 15 Uhr die eine Klasse und von 10 – 12 Uhr und von 15 – 16 Uhr die andere. Nach 14 Tagen wechselte man die Klassen. Hatten anfangs Heeresführung und Bevölkerung noch auf einen schnellen Erfolg gehofft, so zeigte sich mit zunehmender Kriegsdauer, dass die Auseinandersetzungen lang-wierig und verlustreich wurden.

Das stellvertretende Generalkommando des III. Armeekorps forderte aufgrund der Ersatzlage, dass alle kriegsverwendungsfähigen Männer für das Heer verfügbar gemacht werden, auch Lehrer bildeten davon keine Ausnahme.

Nach vorbereiteten Plänen wurde in das Sophienberger Schulhaus im Jahre 1916 ein Lazarett eingerichtet, das zunächst das Rote Kreuz, später das Militär betrieb. Die Schülerinnen und Schüler mussten währenddessen dasSchulhaus in der Fabrikvorstadt (die spätere Pestalozzischule) beziehen. Das brachte natürlich Einschränkungen und Unbequemlichkeiten mit sich; denn jede ausgelagerte Klasse hatte 16 Wochenstunden weniger Unterricht.

1916 Lazarett

Der Antrag, den Unterricht für die Klassen, die schon längere Zeit keinen Vollunterricht mehr hatten, zwischen Mai und Juli um eine Stunde zu vermehren, wurde am 31. März 1917 abgelehnt. Gegen Ende des Krieges wurde die Versorgung der Schluklassen mit Lehrern immer schwieriger. Man erwartete von den Schulbehörden, dass sich garnisonsverwendungsfähige Lehrer in den Schuldienst zurückmeldeten. Die meisten Gesuche wurden aber 1917 und 1918 vom Militär abgelehnt. Nach Kriegsende ersuchte Oberlehrer Lieb die Stadtschulkommission, alles zu tun, damit die Räume des Sophienberger Schulhauses wieder für den Unterricht benutzt werden können.

Der Magistrat sicherte eine Räumung bis 1. Juli 1919 zu, gab aber zu bedenken, dass man aufseiten des Militärs Lazaretträumlichkeiten für die demnächst zurückerwarteten Kriegsgefangenen in Reserve haben müsse. Nach der Auflösung des Lazaretts setzte die Stadtverwaltung das Schulhaus für 53.000,- Mark instand. Der Unterrichtsbetrieb wurde am 12. Januar 1920 wieder aufgenommen, zugleich konnte der seit dem 2. September 1919 als neuer Stadtschulrat amtierende Christian Wolfrum am 22. Januar 1920 an die Regierung von Oberfranken berichten, dass das Schulhaus am Sophienberg künftig Sophienschule heißt.

Bereits zwei Monate später stand die Sophienschule im Mittelpunkt politischer, ja kriegerischer Ereignisse, die durch den Kapp-Putsch am 13. März 1920 ausgelöst worden waren. In Hof erschien ein Flugblatt mit der Forderung zur Errichtung einer Rätediktatur, und Max Blumtritt (USPD) verkündete in einer Versammlung vor der Einstiegshalle des alten Bahnhofes den Beginn des Generalstreiks, die Einsetzung eines Vollzugsrates, die Entwaffnung der Einwohnerwehren und "Operationen" bewaffneter Arbeiter gegen Münchberg. Die Regierung von Kahr in München erließ deshalb für den Raum Hof das Standrecht und schickte unter Führung des Ministerialrats Nortz als Staatskommissar und des Regierungsrats Meyer von der Kreisregierung in Bayreuth zwei Bataillone Reichswehr und die 1. Landfahne Chiemgau der bayerischen Einwohnerwehren in das nordostoberfränkische Krisengebiet.

Beim konzentrischen Vormarsch auf Hof am 22. März 1920 erhielt die Sophienschule vom Wartturmberg aus einen Artillerietreffer mit einem 7,8 cm Geschoss, das auf dem Fensterbrett eines Klassenzimmers in Parterre krepierte und den Unterrichtsraum teilweise zerstörte. Der Kanonenschuss war als Warnung für die sogenannte Volkswehr gedacht, die sich in der Turnhalle versammelt hatte. Die Volkswehr wurde aufgelöst, ihre Gewehre abgeliefert, und am 25. März hatte der letzte Soldat die Stadt Hof verlassen.

1920 1930

Ärger hatte man in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg mit der Straßenjugend. In den Abendstunden benützte die Freie Turnerschaft Hof die Turnhalle für Übungszwecke. Die Jungen stiegen immer wieder auf die Fensterbrüstungen, um in die Halle zu sehen und beschädigten dabei das Mauerwerk, drückten Glasscheiben ein oder rissen die Sturmhaken an den Fenstern ab. Als Gegenmaßnahmen patrouillierten die Schutzleute öfter, und der untere Teil der Fenster wurde verdunkelt. Beim Turnen im Freien bestiegen die Jugendlichen die Umfassungsmauer und die Bäume und beschimpften die Turnwarte und den Hausmeister mit "den gemeinsten Worten". Ab dem Schuljahr 1928/29 bekam die Sophienschule zwei Schulleitungen.

Die Mädchenabteilung stand unter der Verantwortung von Oberlehrer Heinrich Kant, Chef der Knabenschule wurde Oberlehrer August Horn. Einzelne gemischte Klassen kamen entweder zur Knabenschule oder wurden in der Mädchenabteilung mitgeführt. Im Schuljahr 1931/32 bestand die Schule aus 19 Klassen, die von den Lehrern Alexander hager, Bernhard Köppel, August Horn, Fritz Strößenreuther, Andreas Hübner, Heinrich Raithel, Joseph Vogel, Richard Brodmerkel, Friedrich Hösch, Friedrich Vogtmann, Fritz Hohenner, Heinrich Kant, Georg Lang, Karl Knopf, Andreas Pittroff, Frieda Krämer, Marie Hößl, Anna Kießling und Johann Thüll unterrichtet wurden.