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Vom Zusammenbruch 1945 bis zum Jubiläumsjahr 1999

Seitdem die Sophienschule Mitte des Krieges in ein Reservelazarett umgewandelt worden war, mussten die Schulkinder in der Schillerschule den Unterricht besuchen. Der Zusammenbruch des 3. Reiches, die Flucht von Millionen von Deutschen aus ihrer ostdeutschen Heimat, die Bombenangriffe der Amerikaner auf Hof im Februar und Anfang April und schließlich die Einnahme der Stadt durch amerikanische Truppen am 15. April 1945 stellten die neue provisorische Stadtverwaltung unter dem Oberbürgermeister Dr. Weinauer, später unter seinen Nachfolgern Hans Bechert und Dr. Schröter, vor schier unlösbare Probleme. 

Für 7.000 Schüler standen nur 15 Lehrer als Nichtnazis zur Verfügung, 90 durften wegen ihrer Zugehörigkeit zur NSDAP den Dienst nicht aufnehmen, der Rest befand sich noch in Gefangenschaft oder war im Krieg gefallen. Zur Aufrechterhaltung eines minimalen Schulbetriebes wurden 18 pädagogische Hilfskräfte eingestellt, die man in Kurzlehrgängen auf ihre Aufgaben vorbereitete. Die Schulhäuser dienten 1945 Flüchtlingen und Fremdarbeitern als Unterkunft oder dienten, wie die Sophienschule, als Lazarett. 

Als Ende 1945 die Pestalozzischule von Flüchtlingen geräumt war und 1946 die Schillerschule für den Unterrichtsbetrieb wieder zur Verfügung stand, hatte auch das unwürdige Zwischenspiel der Unterrichtserteilung in Gasthäusern und Vereinssälen ein Ende. Die Schülerinnen und Schüler des zur Sophienschule gehörigen Sprengels besuchten nunmehr entweder die Pesta-lozzischule oder die Schillerschule. Das Gebäude der Sophienschule stand mit allen seinen Räumen der Berufsschule zur Verfügung, nachdem das Hilfskrankenhaus schon bald nach 1945 aufgelöst worden war. 

Angesichts steigender Einwohnerzahlen (1945: 55.405; 1950: 61.033) und demzufolge auch zunehmender Schülerzahlen reichte die Kapazität des Schulgebäudes nicht mehr aus, um alle Berufsschulpflichtigen zu unterrichten. Der Stadtrat entschloss sich daher am 12. August 1948 zur Aufstellung einer zerlegbaren ehemaligen Krankenbaracke entlang der hinteren Hofmauer zwischen Turnhalle und Schulhaus. Dadurch hatte man zwei zusätzliche Unterrichtsräume mit jeweils 81,4 qm Grundfläche gewonnen. Dieses Provisorium wurde am 7. September 1948 fertiggestellt und 1950, nach Auszug der Berufsschule, wieder abgebaut. 

Seit 1950 dient die Sophienschule der Unterrichtung von Volksschülern. 1953 bestand bereits die Möglichkeit für Schulabgänger, die keine Lehrstelle erhalten hatten, eine 9. Klasse einzurichten. Der Besuch war freiwillig und endete mit einem Entlassungszeugnis.

Die Oberfränkische Volkszeitung vom 4. Februar 1956 brachte unter der Überschrift “Kühlschrank Sophienschule” einen Artikel, in dem angeprangert wurde, dass die Kinder mit Anoraks und Mänteln bekleidet, dem Unterricht in den Klassenzimmern bei 10ºC folgen müssten. Die Heizung funktionierte; der Grund für die mangelhafte Erwärmung der Räume lag im Versäumnis des Hausmeisters, die Vorfenster rechtzeitig anzubringen. Stadtschulrat Beisbart war darüber erbost, machte die beiden Rektoren und die Schulpflegschaft für den Missstand verantwortlich und betonte, er könne nicht persönlich das Anbringen der Vorfenster an allen Hofer Schulen kontrollieren. 

Im Jahre 1956 ging der Ausbau des Werkraumes im Keller seiner Vollendung entgegen. Damit war die Voraussetzung für die Erteilung eines modernen Werkunterrichts gegeben. Ein Jahr später, 1957, fanden in der Turnhalle 14 Tage lang die Röntgenuntersuchungen der Bevölkerung statt. Größere bauliche Veränderungen wurden ab dem 6. Oktober 1965 am Schulhaus vorgenommen, die das Aussehen des Jugendstilgebäudes erheblich beeinträchtigten. So entfernte man die teilweise verwitterten Dachplastiken, baute neue Fenster ein und riss die nicht mehr den hygienischen Anforderungen entsprechenden Trockenabortanlagen an der Rückseite der Schule ab. Die Stadtverwaltung errichtete dafür an der Nordseite (Eingang zur Mädchenschule) einen modernen Anbau, der im Untergeschoss einen Vorratsraum, das Fotolabor und die Milchausgabe, im Erdgeschoss, 2. und 3. Stock die WC-Anlagen enthält. Der Übergabetermin war der 3. September 1967.

Am 7. März 1967 erteilte das Stadtbauamt die Genehmigung zum Aufstellen einer doppelten Stahlbeton-Fertiggarage des Schwingbetonwerks “Frawi”, Nürnberg, im Schulhof. Die Bauarbeiten hierfür waren am 23. Mai 1967 abgeschlossen. 

Das Schuljahr 1969/70 brachte, wie allen Hofer Volksschulen, grundlegende organisatorische Neuerungen. Die Sophienschule wurde Grund- und Teilhauptschule I und gab ihre 7. und 8. Klassen, je nach Wohnung der Eltern, an die Münsterschule, Christian-Wolfrum-Schule oder Hofecker Schule ab. Gleichzeitig legte man die Knaben- und die Mädchenschule unter der Leitung von Rektorin Metzger zu einer Schule zusammen und erreichte kurzzeitig einen Schülerstand von knapp 700 Kindern. Angesichts dieser hohen Schülerzahl wollte man 1972 der drohenden Schulraumnot durch den Teilausbau des Dachraumes begegnen. Die technisch geprüften und genehmigten Pläne sahen in der Nordhälfte ein Klassenzimmer, einen Lehrmittelraum, einen Film- und Lichtbildraum und ein Stück Flur vor. Angesichts sinkender Schülerzahlen lehnte man 1975 die Ausführung des Projektes ab. 

Im Jahre 1975 konnte Oberbürgermeister Dr. Heun die seit langem von Lehrern, Schülern und Elternschaft geforderte Sportanlage hinter dem Schulgebäude seiner Bestimmung übergeben. Künftig brauchten also Lehrer und Schulkinder nicht mehr den langen und gefährlichen Weg zum Sportplatz an der Ossecker Straße zurücklegen, wenn Sport auf dem Stundenplan stand. Mit einem Gesamtaufwand von 195.539,-- DM errichtete die Stadt einen Allwetterplatz mit Handball- und Volleyballfeldern, einem Tennisfeld, einer 75 m-Bahn, einer Hochsprunganlage, einer Weitsprunggrube mit zwei Anlaufbahnen und einer Kugelstoßanlage. 

Die seit 1978 von Schulleitung, Sicherheitsbeauftragten und Elternbeirat immer wieder gemachten Eingaben, Mängelberichte und Bitten, den baulichen Zustand der Turnhalle betreffend, führten 1984 endlich zum Erfolg. Mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen DM sanierte die Stadt Hof das marode gewordene Gebäude, stattete es mit einem modernen Schwingboden, einer Schallschluckdecke und bruchsicheren Fenstern aus, erneuerte das Dach und baute übersichtliche Umkleideräume und hygienische Toiletten ein. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Heun, dem Sportreferenten Peter Haubner, Vertretern des Stadtrates, der Eltern, der Lehrer und der Schüler wurde am 11. Dezember 1984 im Rahmen einer kleinen Feier die sanierte Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben. 

Als sich am 9. November 1989 die Grenze zur DDR öffnete, begann eine neue Epoche deutscher Geschichte. Zehntausende Landsleute aus dem benachbarten Thüringen und Sachsen strömten in unsere Stadt, um einzukaufen, zu schauen, Kontakte zu knüpfen, Gespräche zu führen und das sog. “Begrüßungsgeld” in Empfang zu nehmen. Die öffentlichen Verkehrsmittel waren angesichts dieses Ansturms nicht in der Lage, alle Fahrgäste planmäßig zu befördern. Für Menschen, die nicht recht-zeitig in ihren Heimatort zurückkehren konnten, schuf die Stadtverwaltung Notquartiere in Schulen, Gemeindesälen und Turnhallen. In der ersten Dezemberwoche diente auch die Turnhalle der Sophienschule als behelfsmäßige Bleibe für Gäste aus der noch bestehenden DDR.

In diese Zeit fiel auch die Besiegelung der Partnerschaft mit der Erich-Weinert-Oberschule in Jocketa bei Plauen. Erste Kontakte waren schon kurz nach der Wende von einem Lehrerehepaar aus der DDR geknüpft worden. Die beiden Schulleiter, Rektor Roland Wolfrum und Direktor Heinz Zeuner, bereiteten ein erstes Treffen beider Kollegien vor, das am 10. Februar 1990 in Plauen und Jocketa stattfand. Ein zweites Treffen im März desselben Jahres führte die etwa 60 Lehrerinnen und Lehrer nach Hof und ins Fichtelgebirge auf den Waldstein. Ein gemeinsamer Wandertag der 6. Klassen und die Teilnahme am Schulfest der Sophienschule vertieften die neue Partnerschaft. 

In den Jahren 1987 bis etwa 1991 war die private Berufsfachschule für Diätetik unter der Leitung von Oberstudiendirektor a.D. Zandering in der Sophienschule als Untermieter zu Gast. Der Einrichtung zur Ausbildung von Diätassistentinnen stand ein kleinerer Raum als Büro, die Küche und ein Klassenzimmer für den Unterricht zur Verfügung. 

 Der bauliche Zustand des Schulhauses verlangte nach einer gründlichen Sanierung. Um die dafür notwendigen Zuschüsse zu erhalten, beschloss der Bauausschuss des Stadtrates im Juni 1996 die Aufnahme des Gebäudes in die Liste des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. 

Im Juli 1996 bemühten sich auf Initiative von Kollegin Queitsch hin alle Klassen, die Gänge auf den einzelnen Stockwerken mit bunten Blumen, Bäumen und exotischen Landschaften fröhlich zu gestalten. Unterstützt wurde diese Aktion vom Elternbeirat und von Firmen, die Pinsel und Farben spendierten. Doch die Sanierung der Sophienschule genoss weiterhin höchste Priorität. Zeitungsartikel und Fotos wiesen ab 1996 immer wieder auf die Dringlichkeit dieses Problems hin. Vor einer Teilinstandsetzung, etwa des undichten Daches, scheuten die Verantwortlichen zurück, weil sie dann, gemäß staatlicher Förderkriterien, die Generalsanierung gefährdet hätten.

Im Rahmen einer Zusammenkunft Anfang März 1998 im Konrektorat der Schule, bei der neben Oberbürgermeister Döhla und Rektor Wolfrum, auch Damen und Herren des Elternbeirats anwesend waren, überreichte der Elternbeiratsvorsitzende Robert Roth dem Stadtoberhaupt 1.003 Unterschriften, die den sofortigen Beginn der Schulhaussanierung forderten. Der Oberbürgermeister machte die für alle erfreuliche Mitteilung: “Heuer wird noch mit der Sanierung begonnen”. Er erläuterte dann die Planung der Arbeiten, demnach sollte die Generalsanierung in drei Bauabschnitten vollzogen werden, bis Ende 2000 abgeschlossen sein und voraussichtlich 7,48 Millionen DM kosten. 74 % der Gesamtsumme seien förderfähig und werden mit 42 % bezuschusst. 

1999 Generalsanierung

Im Herbst begannen die Arbeiten mit der Umgestaltung des Kellergeschosses, wurden mit der Modernisierung und Erneuerung des Anbaus und der Versorgungsleitungen fortgesetzt und wurden 2000 fertiggestellt.

Seit der Modernisierung verfügt die Sophienschule über eine große Aula mit eigener Bühne, über einen Snoezelenraum und einen Computerraum im Dachgeschoss. Im Keller entstand ein Speisesaal für die Ganztagsklassen.